Was ist Ojas?

Heute gibt es ein bisschen Insider-Ayurveda-Wissen auf die Augen. Ojas (gesprochen ‚Otschas‘) ist ein Begriff aus dem Ayurveda, es ist die Essenz des Lebens. Aus der Energie des Wassers entstanden.

Ojas sorgt für schöne Haut, für ein strahlendes Aussehen und für eine unwiderstehliche Anziehungskraft. Als ich das Prinzip hinter diesem kleinen Wort verstanden habe, habe ich auch verstanden, warum es mir so geht, wie es mir geht.

Unsere Ursprungsenergie

Im Ayurveda unterscheiden wir drei unterschiedliche Energieformen:

  1. Ojas – die Ursprungsenergie, Kraft, Ausstrahlung,
  2. Tejas – die Umsetzungsenergie, die Willenskraft, die Energie des Feuers
  3. Prana – die Lebenskraft, die Lebensenergie

Alle drei Energien brauchen wir zum Leben und zum gesund bleiben. Heute beschäftigen wir uns „nur“ mit unserer Ursprungsenergie, dem Ojas. Denn ohne Ojas gibt es kein Tejas und ohne Tejas kein Prana.

Es gibt zwei Arten von Ojas: Para Ojas und Apara Ojas.

Para Ojas, die acht Energietropfen im Herzen

Ayurveda ist eine sehr bildhafte Lehre und so ist auch der folgende Abschnitt bitte nicht wortwörtlich zu nehmen. Doch macht uns diese Geschichte um die acht Energietropfen so deutlich, warum eine vollständige Regeneration von jeglicher Erkrankung so wichtig ist.

Laut der ayurvedischen Lehre schenkt uns unsere Mutter während der Schwangerschaft acht Tropfen Grundenergie, die in unserem Herzen gepflanzt werden. Diese acht Tropfen Ojas sind nicht erneuerbar und ich verbrauche sie im Laufe meines Lebens. Gehe ich also davon aus, dass ich stolze 100 Jahre alt werden kann, so macht das im Schnitt pro 12,5 Jahren einen Tropfen. Je mehr Tropfen ich verbrauche, desto schwächer werde ich. Sind alle Tropfen verbraucht, schließe ich für immer meine Augen und sterbe.

Wie schnell ich nun tatsächlich meine acht Tropfen aufbrauche, hängt stark von meiner Lebensweise ab. Lebe ich entgegen meiner eigenen Konstitution, schlafe zu wenig oder zu viel, ernähre mich nicht so, wie es mir zuträglich wäre und betreibe Raubbau an meinem eigenem Körper so wird das eher nix mit den 12,5 Jahren pro Tropfen. Vielleicht muss ich aber auch eine schwere Erkrankung erleiden oder habe zum Beispiel einen Autounfall, der für mich so traumatisch ist, dass ich mich länger davon nicht erhole. In solchen Fällen verbrauche ich auch mehr Para Ojas auf einmal.

Äußerlich altert man dann schneller, die Haut verliert schneller an Spannkraft und die Augen verlieren ihr Strahlen.

Ojas, Essenz des Lebens
Para Ojas, die Energietropfen im Herzen

Stress – der Killer auf der Energieebene

Der Ojas-Killer schlechthin ist Stress. Indem wir permanent mehr Energie verbrauchen, hochtourig durchs Leben rennen, gehen wir an unsere Reserven und verbrauchen diese in kurzer Zeit. Jean-Pierre Crittin schreibt in seinem Buch „Ayurvedische Psychologie“, dass Burnout-Patienten bis auf den letzten Tropfen alle frühzeitig aufgebraucht haben. Ich finde, dieses Verständnis von der Schwere des Erschöpfungszustands eines Burnout-Patienten macht deutlich, wie wichtig Prävention in diesem Bereich ist. Ein Mensch, der einmal einen Burnout erlitten hat, muss Zeit seines Lebens mit seinen Energiereserven sehr gut haushalten. Aus ayurvedischer Sicht kann die ursprüngliche Kraft und Ausdauer nicht mehr zurückgewonnen werden, es gibt allerdings eine Möglichkeit, den Energiehaushalt regelmäßig wieder zu füllen.

Apara Ojas – das Ojas, dass ich erneuern kann

Wir haben neben den acht Tropfen, die vergänglich sind und nicht reparabel, die Möglichkeit, selbst Ojas zu produzieren. Auch hier hat der Ayurveda ein schönes Bild gezeichnet: Ein Tropfen Para Ojas verwandelt sich zu Beginn deines Lebens in Apara Ojas. Dieser Tropfen ist ein bisschen wie ein Sparguthaben, dass uns unsere Eltern zu Beginn unserer beruflichen Karriere vorzeitig vererben. Du kannst alles auf einmal ausgeben oder damit haushalten und vielleicht das Guthaben sogar vermehren, in dem du selbst Geld, dass du verdienst und sparst dort einzahlst.

Wir können Apara Ojas vermehren, indem wir unseren Körper gut nähren und verwöhnen, in dem alle Körpergewebe gut versorgt werden und wir nach unserer Grundkonstitution leben.

Ojas wird aus der Essenz aller Körpergewebe gebildet, so wie Honig die Essenz der Blumen ist, welche Bienen sammeln.

Caraka Samhita Su.17.75

Auch auf das Apara Ojas müssen wir acht geben. Wir sterben zwar nicht, wenn es nahezu verschwunden ist, jedoch kann dieser Mangel an Ojas zu Krankheiten führen. Wir wirken abgeschlagen, energielos, müde und erschöpft.

Wie steht es um dein Ojas?

Mit den folgenden Fragen kannst du testen, wie es um dein Ojas bestellt ist.

  1. Fühlst du dich seit einem längeren Zeitraum häufig abgeschlagen und ausgebrannt?
  2. Fühlst du dich antriebslos und kannst dich schlecht zu irgendetwas motivieren?
  3. Sieht deine Haut in letzter Zeit fahl aus und dir fehlt deine gewohnte Ausstrahlung?
  4. Wirst du öfter krank und bist generell anfälliger als früher für Infekte?
  5. Hast du kaum noch Lust auf Sex und ist dein Sexualleben nahezu eingeschlafen?
  6. Fühlst du dich seit einem längeren Zeitraum unglücklich, unerfüllt oder unzufrieden?
  7. Fühlst du dich seit einem längeren Zeitraum dauerhaft gestresst, gereizt oder angespannt?

Beantwortest du zwei oder mehr Fragen mit „Ja“, darfst du dich gern um deinen Energiehaushalt kümmern. Mit ausgleichender Ernährung unter Verwendung von qualitativ hochwertigen, frischen und möglichst regionalen Nahrungsmitteln, regelmäßigen wohltuenden Ölmassagen, Atemübungen, Yoga oder ähnlichen Entspannungsübungen, Bewegung an der frischen Luft und angenehmen sozialen Kontakten.

Ich hoffe, ich konnte dir einen Einblick geben, wie der Ayurveda auf die Energietheorie blickt. Gern kannst du mir einen Kommentar hinterlassen.

Bis dahin, kümmere dich gut um dein Ojas und bleibe gerne mit mir in Kontakt, auf Instagram oder Facebook.

Bleib gesund – deine Susanne

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