Essen gegen den Stress – ein einfaches Rezept

Essen gegen Stress Kitchari

Wenn du öfter mal vom Stress geplagt bist und ab und an alles zu viel wird und dir über den Kopf wächst, kennst du das bestimmt: Das erste, was hinten runter fällt, ist die gesunde Ernährung. Und das ist auch sehr einleuchtend. Denn an mir selbst kann ich offensichtlich am einfachsten sparen, wenn mir die Zeit davon rennt. Oder wenn ich abends einfach zu erschöpft bin, um mich noch Ewigkeiten an den Herd zu stellen. Also gibt es die Pizza vom Lieferservice oder den Döner auf dem Heimweg. Und danach dann noch ein paar Süßigkeiten oder Chips.

Stress und ungesundes Essen – eine verhängnisvolle Affäre

Das ungesundes Essen bei den meisten Menschen recht schnell auf den Hüften landet, hat mittlerweile wohl so ziemlich jeder mitbekommen. Aber warum ist Fast Food & Co. gerade bei einem langanhaltenden hohen Stresslevel so gefährlich und ein richtiger Krankmacher?

Befindest du dich dauerhaft unter Anspannung, fährt dein Körper dein Verdauungssystem runter. Im Stress befinden wir uns im Überlebensmodus und da hat der Körper keine Zeit, sich um die Verdauung zu kümmern. Wir müssen – ja da kommt er schon wieder – vorm Säbelzahntiger davonrennen. Das ist okay, wenn du a) schnell genug bist und b) der Stress nach kurzer Zeit vorbei ist. Bei vielen meiner Klientinnen hält das ganze Stress-Chaos aber über Tage, Wochen und Monate an. Wenn es so weiter geht, ist die Endstation nicht selten ein ausgewachsenes Burnout.

Nun stell dir deine Verdauung mal vor. Sie läuft auf Sparflamme. Der Ayurveda spricht sogar vom Verdauungsfeuer – von „Agni“. Es brennt also nur noch eine ganz kleine Flamme in deinem Verdauungstrakt. Dein Körper schreit aber nach Energie – und was liefert Energie? Klar! Zucker! Also her mit den Gummibärchen und der Schokolade! Was liefert noch Energie? Fett! Also her mit dem Schnitzel und den Pommes! Hast du jetzt Hunger? Dann lies bitte unbedingt weiter.

Was passiert, wenn ich auf eine kleine Flamme einen Haufen „Mist“ oben drauf schmeiße? Genau. Vorsichtig ausgedrückt: Das Feuer kann nicht wirklich optimal weiterbrennen. Gewichtszunahme, Verdauungsprobleme, Schlafprobleme, Herz-Kreislauf-Beschwerden, Diabetes können nur ein paar Folgen von diesem Raubbau am eigenen Körper sein.

Essen gegen den Stress

Aber was würde denn helfen? Was wäre besser? Meine Klientinnen wären sicher nicht sehr erfreut, wenn sie kurz vorm Burnout stehen, ohnehin alles zu viel ist und sie dann am besten nach den ayurvedischen Prinzipien drei mal am Tag frisch kochen sollten. Sie kriegen ihren Tag ja so schon nicht gewuppt. Meine Empfehlung daher meistens – zumindest für die ersten Tage: Kitchari. Das ist ein traditionelles Essen aus der ayurvedischen Küche und wird oft in ayurvedischen Detoxprogrammen angewendet. Auch gehört es zur ayurvedischen Heilkost.

Kitchari hat viele Vorteile:

  • Es ist schnell zubereitet.
  • Ich brauche nur wenige Zutaten.
  • Es ist leicht verdaulich – was sehr gut für das schwache Agni ist, bzw. schont es deinen Magen-Darm-Trakt.
  • Es ist sehr nährstoffreich und enthält Kohlenhydrate, Proteine, Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe.
  • Ihm wird eine entgiftende Wirkung nachgesagt, was deinem Körper dabei hilft, sich von Schadstoffen zu befreien.
  • Es liefert dir Energie und kann durch die Kombination aus Proteinen und Kohlenhydraten deinen Blutzucker stabil halten.
  • Es kann dabei helfen deine Doshas (Vata, Pitta und Kapha) wieder ins Gleichgewicht zu bringen.
Erschöpfung Müdigkeit Schlafprobleme Stress abbauen

Kitchari – Ein schnelles Rezept

Kitchari ist wirklich schneller zubereitet, als es dir jetzt vielleicht vorkommt! Ich bereite mein Kitchari immer auf die gleiche Art und Weise zu und variiere nur beim Gemüse, ein wenig bei den Gewürzen und der „Deko“. Ich schnippel das rein, was gerade da ist. So schmeckt es tatsächlich jedes mal anders und wird nie langweilig. Auch habe ich mir mittlerweile eine eigene Kitchari-Gewürzmischung zusammengerührt. So geht es noch schneller. Ich nehme dann immer 2 TL der Gewürzmischung für das Kitchari.

Wichtig: Die Hauptzutaten in dem folgenden Rezept sind Reis und Mungbohnen. Mungbohnen gelten als besonders leicht verdaulich und werden allgemein sehr gut vertragen. Sie sind deutlich bekömmlicher als andere Hülsenfrüchte. Deshalb bitte nicht durch Bohnen aus der Dose ersetzen. Mungbohnen sind ein sehr guter Eisenlieferant und reich an Ballaststoffen, Vitamin A und B, Kalzium und Magnesium.

Ich bestelle meine Mungbohnen meist in Bioqualität im Internet. Zum Beispiel bei Koro (unbezahlte Werbung). Von Alnatura gibt es z.B. die ganzen Mungbohnen, mittlerweile sind sie in vielen Supermärkten erhältlich. Der Unterschied zwischen den halbierten und den ganzen Mungbohnen liegt nicht nur in der Farbe (die halbierten sind meist gelb, die ganzen grün) sondern auch in der Einweichdauer. Während man die halbierten nicht unbedingt einweichen muss (was ich aber trotzdem dringend empfehle), kommt man bei den ganzen Mungbohnen nicht drumherum.

Das folgende Rezept enthält die Mengenangabe für 2-3 Personen.

Zutaten

  • 100 gr. Basmatireis
  • 50 gr. halbierte Mungbohnen (alternativ ganze Mungbohnen nehmen)
  • 1 EL Ghee
  • 1 Zucchini klein geschnitten
  • 2 kleine Möhren auch klein geschnitten (nicht zu akkurat, das mögen die Möhren nicht so gern)
  • 1 kleines Stück Ingwer in dünnen Scheiben geschnitten
  • 1/2 TL Ingwerpulver
  • 1/2 TL Kreuzkümmel gemahlen
  • 1/2 TL Kurkuma
  • 1/2 TL Koriander
  • Salz
  • Zitronensaft
  • ca. 500 ml Wasser
  • frische Korianderblätter, klein geschnitten
  • optional: schwarzer Sesam

Zubereitung

Das Wichtigste vorweg: Den Reis und die Mungbohnen vorher mehrere Stunden einweichen! Wenn ich zum Beispiel weiß, dass ich am Abend, wenn ich von der Arbeit komme, ein Kitchari essen mag, dann weiche ich morgens Reis und Mungbohnen schon ein. Das macht den Reis und die Bohnen noch bekömmlicher und die Kochzeit verkürzt sich dadurch ebenso.

So los geht’s:

  1. Den Reis und die Mungbohnen unterm Wasserhahn gut abspülen, bis sie „Juchhee“ rufen.
  2. Das Ghee mutig in einen Topf geben und erhitzen.
  3. Die Gewürze kurz dazu geben, ein paar Sekündchen anrösten und dann gleich flux die Ingwerscheiben dazu schmeißen. Schön rühren und dabei dein Lieblingslied summen.
  4. Das Gemüse mit viel Liebe in den Topf geben und ein wenig mit anbraten.
  5. Jetzt den Reis und die Mungbohnen mit einem lockeren Hüftschwung ebenfalls in den Topf geben und schöööön rühren.
  6. Mit Wasser aufgießen und aufkochen lassen. Dann den Deckel auf den Topf – einen kleinen Spalt offen lassen, dass alle im Topf noch sehen, wie du dich auf das Kitchari schon freust. Es riecht nämlich schon fantastisch.
  7. Wenn die Flüssigkeit verkocht ist und das Kitchari schön sämig, dann kommt noch das Salz und der Zitronensaft dazu.
  8. Schön verrühren, abschmecken. Schmeckt es? Wenn ja, geht’s mit Nummer 9 weiter.
  9. Soviel Kitchari auf den Teller geben, wie in deine zwei Hände passt, mit Koriandergrün und Sesam garnieren und geniiiießen.

Variationen

Mein Kitchari-Rezept wandle ich ab, je nachdem, was gerade im Haus ist. Das Gemüse variiert regelmäßig. Ab und an kommt noch eine klein geschnittene Dattel mit hinzu, oder Rosinen, oder Berberitzen. Auch Mandelstifte oder Walnüsse schmecken sehr gut darin. Das Koriandergrün kannst du zum Beispiel auch mit Petersilie, Basilikum oder frischer Minze ersetzen. Kürzlich hatte ich eine wilde Kräutermischung aus unserem Garten hineingeworfen: Liebstöckel, Estragon und Zitronenmelisse. Es hat herrlich geduftet. Da bekomme ich schon gleich wieder Hunger. Hin und wieder gibt es noch ein leckeres Chutney dazu. Lass deiner Fantasie freien Lauf.

einfaches Kitchari Rezept

Und ganz wichtig: Bloß keinen Stress. Kochen und Essen sollte dir Freude bereiten und gut tun. Wenn dich allein der Gedanke ans Gemüse schnippeln stresst: Kaufe vorübergehend tiefgefrorenes fertig geschnittenes Gemüse in guter Bioqualität. Auch gibt es mittlerweile gute Fertiggewürzmischungen in Bioqualität. Es wird die Zeit kommen, in der du wieder Lust und Zeit hast, frische Zutaten zu verwenden.

Probierst du das Kitchari mal aus? Schreib mir gerne in die Kommentare, wie es dir geschmeckt hat.

Bis dahin – pass auf dich auf – deine Susanne

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Dieser Beitrag hat 8 Kommentare

  1. Dörte Jurascheck

    Guten Morgen, liebe Susanne,
    deine Seiten sehen toll, farbenfroh und einfach inspirierend aus und dein Text ist warmherzig und liebevoll. Wirklich sehr ansprechend.
    Ich freue mich auch! 😊
    Morgen verlasse ich alle meine Komfortzonen und fahre allein nach Lettland zu einem langen Wohlfühl-Tango-Wochenende. Auch darauf freue ich mich sehr.
    Liebe Grüße 🌺

    1. Susanne

      Liebe Dörte, ich wünsche dir eine wunderbare Zeit in Lettland. Was für ein tolles Thema: Wohlfühl-Tango-Wochenende! Diese Kombi finde ich ganz wunderbar. Alles Liebe und herzliche Grüße in den Norden – Susanne

  2. Manuela Krämer

    Ich esse Mung-Dal immer als Abendmahlzeit, wenn ich 2x im Jahr eine Ayu-Entlastungswoche einlege. Zum Abschluss des Tages und Ausschwemmen der Schwermetalle.
    Mit Reis nennt sich das also Kitchari … Das Gericht muss ich ausprobieren, denn ich liebe Mungbohnen!
    Liebe Grüße aus Bayern
    Manuela

    1. Susanne

      Liebe Manuela, ich esse mein Kitchari oder Mung Dhal auch am liebsten am Abend. Es ist leicht und liegt nicht schwer im Magen, auch wenn es mal etwas später wird. Vielen Dank für den Hinweis mit den Schwermetallen. Liebe Grüße nach Bayern und viel Freude beim Nachkochen.

  3. Ela

    Liebe Susanne,
    meine Familie und ich lieben dieses Kitchari. Ganz besonders mit Blumenkohl und Möhren. Vielen lieben Dank für diese leckere Inspiration.
    Liebste Grüße von Ela

    1. Susanne

      Liebe Ela, es freut mich riesig, dass dieses tolle Rezept bei euch Einzug gehalten hat und dass es Kind und Kegel genauso gut schmeckt ;-).
      Alles Liebe – Susanne

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